BLLV-Kreisverband Weißenburg


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Hauptversammlung

BLLV Weißenburg blickte zurück
Bewährte Führung
Vorstand Markus Scharrer wiedergewählt - Inklusion kleingespart

Weißenburg - Rückblick, Kassenbericht und Neuwahlen bildeten die Höhepunkte bei der Hauptversammlung des BLLV-Kreisverbandes Weißenburg

In seiner Begrüßung konnte der 1. Vorsitzendes des BLLV-Kreisverbandes-Weißenburg Markus Scharrer zahlreiche Mitglieder willkommen heißen, unter ihnen auch den Ehrenvorsitzenden Willi Weber. Scharrer bedankte sich bei allen, die auf Verbandsebene immer da waren und mit Rat und Tat zur Seite standen. Der Kreisverband habe stets große Unterstützung im organisatorischen, finanziellen und auch in vielen kleinen Situationen erfahren, berichtete er.
Rückblickend auf die vergangene Amtsperiode erinnerte er nochmals an eine Vielzahl von Veranstaltungen und Fahrten, die fachgebundene Themen ebenso im Programm hatten wie Jahresreisen und Halbtagesfahrten. Daneben kamen die stets aktuellen Infodienste oder Steuertipps immer gut an.
Keinesfalls brauche sich der KV Weißenburg verstecken. "Wir haben eine hohe Akzeptanz", stellte er fest. Gradmesser seien die Mitgliederzahlen, die in den letzten Jahren, trotz Beschäftigtenrückgang, kontinuierlich gestiegen sind, und die Ergebnisse der Personalratwahl, in der der BLLV wieder alle Personalräte im örtlichen Personalrat stellt. In unserer Bildungslandschaft hat sich viel gewandelt. Der BLLV und hier vor allem der KV Weißenburg können sich sehen lassen. Dieser hat sich auf die neuesten Erfordernisse eingestellt und kämpft für mehr Bildungsgerechtigkeit, Bürokratieabbau und mehr Berufszufriedenheit. Satzungsgemäß kümmert sich der BLLV um alle Bildungsthemen und dabei bezeichnet es der Kreisvorsitzende Scharrer als Skandal, dass unser Bildungssystem höchst unterfinanziert ist. Auch das "auf Eis legen" des Neuen Dienstrechts sei nicht zu vertreten. Dieses muss endlich wieder gestartet werden. Es steht wie ein Auto ohne Benzin auf der Straße. Scharrer nahm auch zu weiteren aktuellen Themen Stellung.
Viele der Reformpläne (Inklusion, flexible Grundschule, jahrgangsgemischte Klassen, M-Aufnahme-Prüfung, Projektprüfung usw.) führen zu weiteren Mehrbelastungen der Lehrerinnen und Lehrer. Um Schulreformen erfolgreich durchführen zu können, brauchen wir aber das nötige Personal. Reformen gehen nicht zum Nulltarif. Die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in der Schule stehen und die sich oft bis über die Grenze ihrer gesundheitlichen Belastbarkeit einsetzen, damit Schule einigermaßen funktioniert, sehen auch, dass die Unterrichtsversorgung an vielen bayerischen Schulen auf der Kippe steht. Weil die Personaldecke hauchdünn ist, können Stundenstreichungen und -kürzungen im zweiten Schulhalbjahr dramatische Formen annehmen.
Die Mobile Reserve ist aufgebraucht. Erst im Sommer vergangenen Jahres hatte das Kultusministerium trotz vielfacher Warnungen und unter großen Protesten Tausende Lehramtsstudierende in die Arbeitslosigkeit entlassen. Betroffen war v. a. der Lehrernachwuchs für Grund, Haupt- und Mittelschulen.
Die dramatisch zugenommene Zahl an Kindern mit Verhaltensstörungen, mit ADHS und anderen psychischen Störungen, die massiven Konzentrationsprobleme, mit denen auch viele "ganz normale" Kinder zu kämpfen haben, und die enorme Belastung durch den Übertritt sind die Schattenseiten des Unterrichtsalltags und verlangen eine deutlich intensivere pädagogische Zuwendung durch die Lehrkräfte als zurzeit möglich. Im Zuge der Umsetzung der Inklusion werden zunehmend Kinder in die Schulen aufgenommen, die früher an den Förderschulen unterrichtet wurden. Dass Kinder mit Behinderungen jetzt auch Regelschulen besuchen können, ist begrüßenswert. Aber die Ausstattung mit sonderpädagogischen Fachkräften reicht vorne und hinten nicht aus. Die Arbeit und damit die Belastung bleiben wieder einmal an den einzelnen Lehrkräften hängen.
Scharrer bedauerte auch, dass teilweise gute Ansätze kleingespart werden. Wir erinnern uns sehr schmerzhaft an die Verschlechterung der Rahmenbedingungen beim Modellversuch "Ganztagsschule". In der Modellphase wurden zunächst zusätzlich 19 Unterrichtsstunden pro Woche zur Verfügung gestellt. Bei der flächendeckenden Ausweitung waren es nur noch zwölf Stunden und ein Geldbetrag, welcher zu einem Großteil von den Kommunen zu leisten ist. Nicht viel besser wird Scharrer bei der "Flexiblen Grundschule" erwarten. An etwa 80 Grundschulen in ganz Bayern wird sie erprobt. Das entspricht gerade mal drei Prozent aller Grundschulen im Freistaat. Pro Klasse werden dafür bescheidene fünf zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung gestellt. Aus Sicht des BLLV ist das deutlich zu wenig. Tatsächlich würde bei einer flächendeckenden Ausweitung der "flexiblen Grundschule" ein rechnerischer Mehrbedarf von rund 1.700 Stellen entstehen. Ist das Kultusministerium bereit, diese auch zu schaffen oder müssen die Lehrerinnen und Lehrer wieder einmal noch mehr Aufgaben schultern?
Kassier Werner Frey legte anschließend einen lückenlosen Kassenbericht vor. Wahlleiter und Ehrenvorsitzender Willi Weber führte die anschließenden Neuwahlen verantwortlich durch. Hierbei erhielt das Team um den Vorsitzenden Markus Scharrer volle Zustimmung. Scharrer wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Ihm stehen Andrea Droglauer (2. Vorsitzende) und Kassier Werner Frey zur Seite. Als Beisitzer agieren Tanja Zeiner und Martina Geiger. Zum Schriftführer wurde Gerhard Schuster gewählt. ABJ-Vertreterin ist Vanessa Hackl. Sie alle erhielten ebenfalls ein einstimmiges Votum. In weiteren Ämtern agieren: Christian Früh und Dieter Glaab (Kassenprüfer), Walter Hackenberg (Pensionistenvertreter), Rainer Fiedler (Fachlehrer MT), Elke Distler (Fachbereich EG), Willi Weber (Reisen), Gerhard Schuster (Presse), Heike Friedrich (Vertreterin der Schulen der besonderen Art), Susanne Göpel (berufliche Förderschulen), Gabi Rauch (Sport), Fritz Felleiter (Vertreter Schulleiter), Brigitte Hüttinger (Vertreterin der Verwaltungsangestellten) und Thomas Rauch (Förderschulen).
Mit Gabi Rauch, Hermann Kress und Dieter Glaab beendeten drei Mitglieder nach längjähriger Tätigkeit ihren Dienst in der engeren Vorstandschaft. Scharrer dankte allen für die sehr gute Zusammenarbeit und das feinsinnige Gespür. "Ihr wart immer zur Stelle, wenn es um wichtige Entscheidungen und Hilfestellungen ging", lobte er das Engagement der langjährig Aktiven. Mit einem Präsent bedankte er sich für die große Hilfsbereitschaft.

Bewährtes Führungsteam: Die im Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrer-Verband (BLLV) organisierten Pädagogen bestätigten den Kreisvorstand um den Vorsitzenden Markus Scharrer (Mitte) im Amt.


© BLLV-Kreisverband Weißenburg - Last Update: 2012-04-14 | BLLV@wugnet.de

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